Rohstoff
19. Februar 2020

Potenziale einer holzbasierten Bioökonomie - Cluster Forst und Holz Bayern veröffentlicht neue Broschüre

Bayern kann ein wichtiger Player in der Bioökonomie werden. Eine starke Agrar- und Forstwirtschaft sowie die gute Infrastruktur von Forschung und Industrie bieten gute Voraussetzungen.

Bayern kann ein wichtiger Player in der Bioökonomie werden. Eine starke Agrar- und Forstwirtschaft sowie die gute Infrastruktur von Forschung und Industrie bieten gute Voraussetzungen. Um auf das hohe Niveau in Skandinavien aufschließen zu können, braucht es jedoch eine starke Forschung und eine höhere Innovationstätigkeit der Unternehmen. Die Kommunikation der forstwirtschaftlichen und technischen Potenziale, eine konsequente Innovationsförderung und Fragen zur optimalen Größe und zu möglichen Standorten von Verarbeitungsanlagen stehen hier als nächste Schritte im Vordergrund.

Als Ergebnis zweier vom Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium geförderten Projekte hat die Cluster-Initiative Forst Holz Bayern ein Informationsbroschüre mit wichtigen Eckdaten zur Einordnung des Technologiepfades „Holzbasierte Bioökonomie“ veröffentlicht. Holz hat als nachwachsender Rohstoff eine sehr große Bedeutung, weil in Bayern jährlich rund 21 Millionen Festmeter genutzt werden und die stoffliche und energetische Nutzung gleichzeitig ohne Tank-Teller-Diskussion erfolgen kann. Die Hauptbestandteile Cellulose, Hemicellulose, Lignin und weitere Nebenbestandteile bieten bereits heute eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten für unterschiedlichste Anforderungen und Bereiche.

Doch die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt. Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten an Verfahren, mit denen sich die Holzverarbeitung noch weiter optimieren lässt. So besteht die Hoffnung, dass zukünftig neuartige Bioraffinerien oder Bioproduktwerke die klassischen Verarbeitungsanlagen wie Sägewerke, Papier- oder Zellstoffwerke ergänzen können.

Große Möglichkeiten bietet zum Beispiel die Verpackungsindustrie. Jeder Bundesbürger verursacht derzeit nach Angaben des Umweltbundesamtes jährlich rund 200 Kilogramm Verpackungsabfall, davon ist ein großer Anteil aus Kunststoff. Alternative Materialien auf Holzbasis könnten einen wertvollen Beitrag zu dessen Reduzierung liefern. Auch für Basischemikalien sind die Einsatzmöglichkeiten von Holz heute schon vielfältig. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Baustoffherstellung
bis zur Lebensmittelerzeugung und ergänzen die klassischen Einsatzbereiche wie zum Beispiel im Bauwesen und als Energieträger.

„Unsere Projekte und die aktuelle Broschüre unterstützen die Initiative des Sachverständigenrates Bioökonomie Bayern in qualifizierter Weise“, so Dr. Jürgen Bauer, einer der Bearbeiter der im Team entstandenen Broschüre. „Als Cluster sehen wir uns mit der Broschüre und den Erkenntnissen aus den beiden Projekten gut gerüstet, um in dem vom Wirtschaftsministerium initiierten Prozess zur Entwicklung einer Bioökonomie-Strategie auf Augenhöhe kommunizieren zu können.“