Holzbau
20. Oktober 2017

Holzbau Kompakt

Das ABC der Akustik. Mit dem Fachvortrag „Schallschutz im Holzbau“ von Dipl.-Ing. Gerhard Hilz wurde der 2. Termin der Veranstaltungsreihe „Holzbau Kompakt. Aus der Praxis für die Praxis.“ an der Technischen Hochschule fortgesetzt.

Erzielt eine Holzbaukonstruktion genauso gute Schallschutzwerte wie Bauten mit anderen Materialien? Kann Holz bei der Schalldämmung mithalten? Diese und weitere Fragen konnte Dipl.-Ing. Gerhard Hilz am Donnerstagabend eindeutig beantworten: „Ja!“ so der Schallschutzexperte. Seit über 20 Jahren befasst er sich mit dieser Thematik und engagiert sich sowohl in der Erforschung und Produktentwicklung von Schallschutzmaßnahmen. Dabei hat Gerhard Hilz als stellvertretender Obmann des Ausschusses DIN 4109 maßgeblich an einer Aktualisierung dieser Schallschutznorm im Hochbau mitgearbeitet, die im Sommer 2016 vorgestellt wurde. Die DIN 4109 regelt die Mindestanforderungen für den baulichen Schallschutz im Hochbau und wurde zuletzt 1989 angepasst. Eine Aktualisierung war dringend nötig, nicht zuletzt aufgrund der massiv gestiegenen Holzbauquoten im vergangenen Jahrzehnt und der immer weiter verbesserten Holzbaumaterialien.

Dipl.-Ing. Gerhard Hilz traf mit seinem Vortrag „Schallschutz im Holzbau“ den Nerv der Studenten.

„Der Kunde muss wissen, was er bekommt!“

Der neue Baukastenkatalog DIN 4109 biete ein aktuelles und umfangreiches Rechenverfahren für alle üblichen Bauarten an. Wer nun einen Wohnungsbau plane, könne auf wissenschaftlich belegte Schallschutzwerte für verschiedene Baustoffe und deren Kombinationen zurückgreifen. Da Lärm immer häufiger als lästig und störend wahrgenommen werde, sei insbesondere auch die Aufklärung des Kunden, des Häuslebauers, zum Thema Schallschutz wichtig, sagt Gerhard Hilz.

„Holzbauweise muss sich nicht vor anderen Baustoffen verstecken!“

Die wissenschaftlichen Forschungen brachten klare Ergebnisse. Mit Holzbaukonstruktionen sind die vorgegebenen Werte der Luftschalldämmung nach DIN 4109 ohne Probleme einzuhalten, vielmehr erreicht man damit auch schon erhöhte Schallschutzrichtwerte. So bieten sich Holzbaukonstruktionen in Sachen Schallschutz zum Beispiel hervorragend dafür an, eine Dachgeschoß-Aufstockung durchzuführen. Ein Aspekt, der auch in Anbetracht mangelnder Bauflächen nicht zu vernachlässigen ist.

„Forschen, forschen, forschen!“

Trotz guter Werte für den Holzbau in Sachen Schallschutz ist es für den Experten kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. „Man könne schließlich immer besser werden.“ Sein Fazit lautet daher: möglichst viele Erfahrungen mit Holzbau sammeln und diese wissenschaftlich für weiteren Fortschritt nutzen.