Forstwirtschaft
19. Oktober 2020

BaySF: Positive Waldbilanz trotz hoher Schäden

Die Bayerischen Staatsforsten ziehen trotz Trockenheit, Hitze, Stürmen und Schadinsekten eine positive Waldbilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr: Die wichtigsten strategischen Ziele, den Wald gesund zu erhalten und die Holzvorräte zu sichern bzw. auszubauen, konnten unter großen Anstrengungen erreicht werden. Auf die Geschäftszahlen haben sich die Folgen des Klimawandels sowie der daraus resultierende starke Holzpreisverfall allerdings deutlich negativer ausgewirkt: Erstmalig müssen die Bayerischen Staatsforsten für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust ausweisen. Foto:@BaySF

Die Bayerischen Staatsforsten haben auf ihrer Bilanzpressekonferenz in München für das Geschäftsjahr 2020 ein zweigeteiltes Resümee gezogen: Aufgrund der hohen Anstrengungen bei der Bekämpfung von Borkenkäferschäden konnten die Bayerischen Staatsforsten die Holzvorräte im bayerischen Staatswald gesund erhalten. „Unsere Richtschnur ist: Kein Quadratmeter Staatswald wird aufgegeben. Mit einem hoch professionellen Borkenkäfermanagement, mit großem Personaleinsatz und Kostenaufwand arbeiten wir alle Borkenkäfer- und Sturmschäden auf“, so Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten. „Wir wollen unsere hohen Vorräte gesund erhalten. Und wenn sich der Holzmarkt für die Waldbesitzenden wieder beruhigt, wollen wir der führende Anbieter von qualitativ hochwertigem Nadelholz in Deutschland und Mitteleuropa sein“, so Neumeyer weiter. Aber die hohen Waldschutz-Anstrengungen kombiniert mit dem schadholzbedingten starken Holzpreisverfall haben dazu geführt, dass die Bayerischen Staatsforsten erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte einen operativen Verlust von 36 Millionen Euro ausweisen müssen. „Wir befinden uns aktuell in der schwierigsten Phase seit Unternehmensgründung. In Absprache mit dem Eigentümer Freistaat Bayern und dem Aufsichtsrat haben wir die notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen ergriffen, u.a. ein Aufwandsmanagement und eine begrenzte Kreditaufnahme im laufenden Geschäftsjahr. Die wirtschaftliche Lage ist zwar aktuell angespannt, wir sparen aber nicht am Wald und unseren Generationenverpflichtungen“, so Staatsforsten-Chef Neumeyer.