Interview
24. November 2017

5 Fragen zur Ausstellung Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft

Dr. Ines Heinrich, Leiterin von proHolz Bayern, über Hintergründe und Entwicklung der Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“.

Die Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ in der Pinakothek der Moderne in München 2011/12 wurde oft als richtungsweisend für die Forst- und Holzwirtschaft betitelt. Warum?

Stimmt. Das Wort richtungsweisend oder wegweisend wird bis heute in vielerlei Hinsicht mit der Ausstellung Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft verwendet: Für die Forst- und Holzbranche war diese Ausstellung richtungsweisend, weil es nun etwas gab, was die Forst und Holz verbunden hat und der Branche nach Außen Sichtbarkeit verliehen hat. Die Ausstellung hatte eine Strahlkraft in der Öffentlichkeit über Landes- und Staatsgrenzen hinaus. Bis heute wird darüber gesprochen.

Richtungsweisend natürlich auch für Holz als Bau- und Werkstoff. Zu sehen war die ganze Bandbreite des modernen Holzbaus, von wegweisenden öffentlichen Bauten und mehrgeschossigen Wohnbau über weit gespannte Tragwerke bis hin zum Hochhausbau. Die Ausstellung steht bis zum heutigen Tag als Sinnbild intelligenter Holznutzung und wird ihrem Namen gerecht: Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft. Holznutzung ist ein Weg in die Zukunft. Ein wichtiger Beitrag zum Gelingen von Energiewende und Klimaschutz.

Die Ausstellung hatte eine Strahlkraft in der Öffentlichkeit über Landes- und Staatsgrenzen hinaus.
Dr. Ines Heinrich Leiterin von proHolz Bayern

Wie kam die Idee einer solchen Ausstellung zustande?

Die Entstehungsgeschichte der Ausstellung kenne ich nur vom Hörensagen. So soll Herr Kirst, der damalige Vorsitzende des Kuratoriums von proHolz Bayern, auf Professor Hermann Kaufmann zugegangen sein. Er hat ihn gefragt, ob er sich es zutraue, eine Ausstellung über den Holzbau für die Pinakothek der Moderne zu entwickeln, die auch den Kreislauf „Forst und Holz“ entsprechend in Szene setzt. Da war laut Herrn Kirst ein Funkeln in den Augen von Prof. Kaufmann zu sehen, das dem eines Bergkristalls glich. Auch zögerte Professor Winfried Nerdinger, seinerzeit Chef des Architekturmuseums der TU München, keine Sekunde und so waren sie sich per Handschlag auf Anhieb einig.

Was war das Besondere an der Ausstellung Bauen mit Holz?

In der Ausstellung wurde die Faszination des Werkstoffes Holz deutlich, der praktisch vor der Haustür wächst und wie kein anderer vielfältig verwendbar ist. Fein und detailgenau gearbeitete Modelle von herausragenden internationalen Holzbauprojekten zeigen dem Besucher was der moderne Holzbau zu leisten im Stande ist. Besonders schön bzw. sehr gelungen finde ich die beiden Bände zur Ausstellung in München und Wien. Hier werden ausgewählte Objekte der Ausstellung noch einmal detailgenau beschrieben inklusive Bilder, Zeichnungen und Plänen.

Ein sehr wertvolles Nachschlagewerk also, das zudem die globale Bedeutung des Waldes thematisiert sowie den Weg des Rohstoffes Holz bis hin zum fertigen Gebäude anschaulich darstellt. Einem Besucher der mobilen Ausstellung schauholz auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest 2016 gefiel das Buch so gut, dass er sich kurzerhand auf einen Hocker vor schauholz in die Sonne setzte und den ganzen Nachmittag damit verbrachte in dem Buch zu schmökern.

Wo war die Ausstellung Bauen mit Holz bisher überall zu sehen?

Start der Ausstellung war im Jahr 2011 in der Pinakothek der Moderne in München. 2012/2013 war sie dann im Künstlerhaus in Wien zu sehen und 2016/2017 in einer überarbeiteten und aktualisieren Version im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Es ist durchaus denkbar, dass sie nochmals gezeigt wird.

Wie hängt die mobilen Ausstellung schauholz und woodbox mit der Ausstellung zusammen?

schauholz“ ist ein Destillat der Ausstellung Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft. Bis 2015 tourte proHolz Bayern damit in 20 bayerischen Städten, um der Bevölkerung die ökologischen und ökonomischen Aspekte des Holzbaus näherzubringen. schauholz wirbt auf circa 3×12 Meter für Holz als Bau- und Werkstoff der Zukunft und bietet viele Wissenswertes über den modernen Holzbau. Im Innenraum können bekannte internationale Holzbauprojekte bewundert werden, die z.T. aus der Ausstellung „Bauen mit Holz“ in der Pinakothek der Moderne stammen.

Auf einer rauen Holzwand werden ökologische und ökonomische Aspekte des Rohstoffs Holz in einer Kistenschriftgrafik aufgezeigt. Bei einem der ersten Auftritte von schauholz in München vor dem Landwirtschaftsministerium waren Vertreter von proHolz Austria zu Gast. Den Österreichern gefiel schauholz so gut, dass sie die Idee adaptierten und mit der „woodbox“ eine internationale Version nachbauten. Die Botschaften im Inneren der „woodbox“ sind auf Englisch, sodass sie auch außerhalb von Deutschland und Österreich gezeigt werden kann.

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