Öffentlichkeitsarbeit
2. Februar 2018

38. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz: „Wie kampagnenfähig ist eigentlich die Forst- und Holzwirtschaft?“

Am 25. und 26. Januar trafen sich rund 450 Vertreter der Forst- und Holzbranche an der Universität Freiburg um über Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit zu diskutieren.

Am ersten Tag berichten NGO Vertreter von ihren bereits gelaufenen Kampagnen. Es wurde deutlich, dass es für eine gute Kampagne mehrere Dinge braucht. Zunächst einmal muss, so banal es klingen mag, ein Problem vorliegen, gegen das man mit einer Kampagne vorgehen kann. Entscheidet man sich für eine Kampagne, muss das Thema richtig definiert und zugespitzt sein. Wichtige Fragen sind dabei: Welche Zielgruppe soll erreicht und inwiefern soll das Handeln dieser beeinflusst werden. Die Organisation benötigt bereits im Vorfeld ein breites Netzwerk, das sich im Rahmen der Kampagne mobilisieren lässt und die Botschaft weiter nach außen trägt. Mit einer Kampagne alleine ist es nicht getan. Es müssen zwei bis drei weitere Kampagnen folgen, die aufeinander aufbauen. Im Rahmen des Storytelling werden die Themen so in einer Geschichte verpackt, die vom Adressaten leicht aufgenommen wird. Zu guter Letzt benötigt eine Organisation für eine gute Kampagne Geld. Als Faustzahl wurde 1 Euro pro zu erreichender Person genannt.

Der zweite Tag wurde von Rednern gestaltet, die bereits seit längerem für die Kommunikation in der Forst- und Holzbranche tätig sind. Dabei wurde deutlich, dass das „schlechte“ Image der Forstwirtschaft vor allem in den Köpfen der Förster besteht. In der allgemeinen Bevölkerung haben Forstleute einen zum Teil hervorragenden Ruf. Diese Argumente und diese positive Stimmung gilt es zu nutzen. Dabei ist jedoch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit einer Kampagne gegenüber vorzuziehen. Rege diskutiert wurde die Frage, ob es eine gemeinsame Kampagne von Forst- und Holzwirtschaft geben kann. Vor allem mit der Forderung nach einer Zuspitzung der Thematik, erscheint dies schwierig. Möglich wäre eine erste Kampagne für die Forstwirtschaft, auf die dann die darauffolgende zur Holzverwendung aufbaut.

Nach den genannten Kriterien ist die Forst- und Holzbranche also durchaus Kampagnen-fähig. Letztlich muss es aber nicht immer eine Kampagne sein um Botschaften in der Bevölkerung zu platzieren. Eine dauerhafte, gezielte Öffentlichkeitsarbeit ist oftmals der bessere Weg.